Saarländischer Verein für Denkmalschutz e. V.Ludwigskirche zu Alt-Saarbrücken
Vereinigung Ludwigskirche

Renovierung der Ludwigskirche zu Alt-Saarbrücken

Unter dem Motto „Barock trifft Moderne“ soll die Ludwigskirche in Saarbrücken renoviert werden, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Zusammen mit der Michaeliskirche in Hamburg und der Frauenkirche in Dresden zählt sie zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten des Barock in Deutschland. Es gab bereits Überlegungen, einen Antrag auf Anerkennung des Baudenkmals als ein Weltkulturerbe der UNESCO zu stellen.

Das anstehende Renovierungsprojekt hat zu einem Protest gerade der Fachleute geführt, die sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die vollständige Rekonstruktion des Bauwerks eingesetzt haben. Bedauerlicherweise sind sie bei den Entscheidungen über die jetzt vorgesehenen Baumaßnahmen ausgeschlossen wurden. Denn über kleinere Renovierungen hinaus sind „deutliche Eingriffe im Turm und in der Krypta geplant“ (SZ vom 31.08.2016). Dazu zählt zum Beispiel der Einbau eines Aufzugs.

Der Saarländische Verein für Denkmalschutz e.V. (ehemals „Vereinigung Ludwigskirche“), hat seit den 60er Jahren bis heute Wesentliches geleistet bei der Durchsetzung des originalgetreuen Wiederaufbaus. Zuletzt geschah dies durch ein Spendenprojekt zur Finanzierung des Einbaus der Fürstenloge im Sinne einer Vervollständigung des barocken Kirchenraums. Wir weisen darauf hin, dass alle Restaurierungsmaßnahmen in dieser Tradition des Wiederaufbaus stehen müssen. Die Erhaltung des Baudenkmals im Sinne des Architekten Friedrich Joachim Stengel darf nicht hintangestellt werden für geringfügige Bequemlichkeiten in der Gegenwart. Ein wünschenswerter Bestandteil des Renovierungsprogramms wäre es, das noch unvollständige Figurenprogramm am Außenbau zu ergänzen.
Die Behörden des Denkmalschutzes sollten garantieren, dass das bedeutende Bauwerk und Wahrzeichen des Saarlandes ohne verändernde Eingriffe in den originalen Baubestand erhalten bleibt. In Hinblick auf den erhofften Status Weltkulturerbe sei an das Beispiel Elbtalweite Dresden erinnert. Bauliche Veränderungen der Originalsubstanz können gravierende Folgen haben.

Heidi Kügler
Vorsitzende

 

Michael Sander
Stellvertretender Vorsitzender